Chronik der Festeburggemeinde

Innenansicht (Photo: Tobias Haug)

Die Anfänge der Festeburggemeinde

Die Festeburggemeinde ist eine Tochtergemeinde der Evangelischen Kreuzgemeinde im alten Dorfkern von Preungesheim. Als Anfang der 60er Jahre die Zahl der Gemeindeglieder in der Kreuzgemeinde auf über 8000 Evangelische angewachsen war, wurde die Ausgliederung einer selbstständigen Gemeinde notwendig. Zunächst wurde zu Beginn des Jahre 1963 durch Beschluss der Kirchenleitung der EKHN die Teilung der evangelisch-unierten Kreuzgemeinde herbeigeführt, mit der Folge, dass die so genannte Südgemeinde Preungesheim entstand. Eine Umfrage unter den Gemeindegliedern führte zu ihrer Benennung als "Festeburggemeinde". In der neu entstandenen Gemeinde wurde am 26. Februar 1964 vom Kirchenvorstand Pfarrer Horst Schad in die Stelle des Gemeindepfarrers gewählt, der am 12. Juli 1964 durch Probst Goebels in sein Amt eingeführt wurde.

Als erstes Gebäude der neu entstandenen Gemeinde wurde auf dem Gelände An der Wolfsweide 54-58 Jahre das Pfarrhaus errichtet, das am 18. Oktober 1964 durch die Einweihung eines Gemeindesaales ergänzt wurde. Dieser erwies sich für die wachsende Gemeinde schnell als zu begrenzt, so dass der Bau einer Kirche erwogen wurde. Mit einem Entwurf wurden die Architekten Horst Römer und Helmut Baumgart beauftragt.

 

Am 21. September 1966 beschloss der Kirchenvorstand, der EKHN einen Teil des Gemeindegeländes für den Bau einer Kirchenmusikschule zur Verfügung zu stellen, in die das Gemeindezentrum integriert werden sollte. Die bisherige Kirchenmusikschule der EKHN und das Amt für Kirchenmusik waren innerhalb Frankfurts in weit auseinander liegenden Gebäuden untergebracht. Ein Neubau war schon lange geplant. Nachdem im Jahr zuvor die beiden evangelischen Kirchen in Hessen beschlossen hatten, ihre Kirchenmusikschulen Frankfurt und Schlüchtern zusammen zu legen, erschien der Neubau in Verbindung mit der Errichtung der Festeburgkirche vorteilhaft. Diesen Planungen, die später letztlich nicht realisiert wurden, verdankt die Festeburgkirche neben ihrer brillanten Akustik eine hochwertige Orgel und ein Tonstudio, das in den späteren Jahren zu zahlreichen Tonaufnahmen diente.



Kirchenfenster Joh. Schreiter (Photo: Tobias Haug)

 

Der erste Kirchenvorstand

Zur Zeit ihrer Gründung hatte die Festeburggemeinde zunächst einen Verwaltungsausschuss, dem durch Wahl am 8. März 1964 die erste Kirchengemeindevertretung folgte, unter deren Verantwortung die Planungen für den Bau der Kirche erfolgten. Dem verantwortlichen Bauausschuss gehörten an:

Karl Gerhardt
Gustav Lemcke
Paul Stein
Pfarrer Horst Schad


Am 28. Mai 1967 wurde ein neuer Kirchenvorstand gewählt. Unter dem Vorsitz von Pfarrer Schad gehörten ihm die folgenden Mitglieder an:


Paul Stein (stellv. Vorsitz)
Rolf Erny
Rolf Berger
Dieter Römhild
Paul Zimmermann
Reiner Walesch
Hildegard Schulz
Georg Wack
Dr. Otto Rochna
Manfred Sturm
Hans Harsch
Anneliese Pfefferle




Altarbibel (Photo: Tobias Haug)

Baugeschichte

Beim architektonischen Entwurf der Festeburgkirche war von Bedeutung, dass der neu entstehende Kirchenraum nicht nur den allwöchentlichen Sonntagsgottesdienst mit einer durchschnittlich bis geringeren Besucheranzahl beherbergen sollte, sondern auch an hohen Feiertagen genügend Raum für größere Besucherzahlen bieten sollte. Darüber hinaus sollten unterschiedliche Gottesdienstformen, zum Beispiel Abendmahl an Tischen ebenso umsetzbar sein wie verschiedene Gemeindeveranstaltungen. Diese Überlegungen führten dazu, dass man sich gegen feste Altarstufen und für Stühle statt Sitzbänke entschied und die Orgel auf gleicher Ebene wie die Gemeinde installierte.
Die Grundsteinlegung fand am Sonntag Kantate, dem 12. Mai 1968 statt und war von einem festlichen Gottesdienst mit musikalischer Gestaltung umrahmt. So spielte der Posaunenchor unter der Leitung von Kirchenvorsteher Reiner Walesch und Manfred Knoch leitete den Gemeindechor, der von einem Chor der deutsch-reformierten Gemeinde verstärkt wurde.



Parkettboden (Photo: Tobias Haug)

Kunst - Glocken, Fenster, Portal

Entgegen der Zeitgeistdebatte, ob Kirchen überhaupt noch mit einem Glockenturm ausgestattet werden sollten, entschied man sich, den Bau der Festeburgkirche durch einen 29 Meter hohen schlichten Glockenturm mit Turmkreuz zu akzentuieren. Der Kirchenvorstand entschied sich für ein sechsstimmiges Geläute mit der Tonfolge: f' b' c" es" f" as".
Am 14. März 1969 fand in der Karlsruher Glockengießerei Gebrüder Bachert der Glockenguss statt, zu dem zwei Omnibusse voller Gemeindeglieder angereist waren.

Jede Glocke erhielt eine Inschrift:

Glocke f', (1162 kg):  "Gott ist unsere Zuversicht und Stärke"
Glocke b' (  555 kg):  "So seid nun wachsam allezeit und betet"
Glocke c" (  388 kg):  "Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er

                                 empfangen hat"
Glocke es"( 273 kg):  "Das Wort des Herrn ist wahrhaftig und was er zusagt,

                                 das hält er gewiss"
Glocke f"  (  190kg):   "Singet dem Herrn ein neues Lied"
Glocke as" (132 kg):   "Christus ist unser Friede"

Die Einbringung der Glocken in den Turm erfolgte am 11. April 1969

 

Die Gestaltung der Kirchenfenster wurde dem Glasbildner Professor Johannes Schreiter übertragen, dessen Entwurf am 30. Oktober 1967 durch einen Gutachterausschuss ausgewählt wurde. Die Fenster wurden im Laufe des Sommers 1968 in der Werkstätte der Firma Reiner Keller in Höhr-Grenzhausen hergestellt und nach und nach eingebaut.

Das Portal der Kirche, in Aluminium-Guss gearbeitet,  wurde von Hans Günther Schmidt in Obertal/Schwarzwald entworfen und erbaut.

Am 5. Sonntag nach Trinitatis, dem 6. Juli 1969 wurde die evangelische Festeburgkirche eingeweiht.


Quelle: "Festschrift zur Einweihung der Ev. Festeburgkirche", Hrsg. Kirchenvorstand der Evangelischen Festeburggemeinde, 1969



 

Portal H. G. Schmidt (Photo: Tobias Haug)
Glockenturm (Photo: Tobias Haug)

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              (1. Korinther, 16, 14)

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